24 Anbieter, drei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle: reine Aktien- und ETF-Broker, CFD-Plattformen mit Hebelprodukten und klassische Filialbanken mit Depot-Nebengeschäft. Wer hier den richtigen Anbieter findet, sollte nicht nur auf die Orderkosten schauen, sondern auch verstehen, was genau man eigentlich kauft — echte Wertpapiere oder lediglich eine Kursspekulation per CFD.
Welches Depot hat 2026 die niedrigsten Kosten?
Es gibt keinen einzelnen „günstigsten" Anbieter — nur den günstigsten Anbieter für Ihre konkrete Handelsweise. finanzen.net zero und Traders Place bieten ab 500 beziehungsweise 750 Euro Ordervolumen komplett kostenlose Orders, XTB verzichtet bei echten Aktien und ETFs bis 100.000 Euro Handelsvolumen im Monat grundsätzlich auf Ordergebühren, während DEGIRO mit 1 Euro pro Trade bei kleineren Einzelorders kaum zu unterbieten ist. Wer regelmäßig per Sparplan investiert, sollte weniger auf die einzelne Ordergebühr schauen als auf die Anzahl der kostenlos besparbaren ETFs — hier liegen Scalable Capital und die Consorsbank mit ihrem gebührenfreien Gesamtangebot vorne.
Orderkosten im direkten Vergleich: eine Beispielorder über 1.000 Euro
Die folgende Übersicht ordnet alle Anbieter mit klassischem Ordergebühren-Modell nach den Kosten für eine typische Order über 1.000 Euro an einer deutschen Börse — ohne befristete Neukundenaktionen. CFD-Broker mit reinem Spread-Modell sowie der auf Fondssparen spezialisierte Anbieter Fidelity sind hier nicht enthalten, da sich ihre Kostenstruktur grundlegend unterscheidet.
Orderkosten im Vergleich — Beispielorder über 1.000 Euro
An einer deutschen Börse, ohne Aktionskonditionen · viele Anbieter bieten differenzierte oder gestaffelte Modelle, siehe Einzeltest · Stand September 2026
Depotvergleich: die wichtigsten 24 Anbieter im Überblick
| Anbieter | Typ | Orderkosten | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| finanzen.net zero | Neobroker | 0 € ab 500 € | nur gettex, kein Xetra |
| Traders Place | Neobroker | 0 € ab 750 € | bestes Preis-Leistungs-Verhältnis (Finanztip) |
| eToro | CFD-Broker | 0 € echte Aktien/ETF | Social Trading, CFD ≠ echte Bestände |
| XTB | CFD-Broker | 0 € bis 100.000 €/Monat | 2,30 % Neukundenzins auf Cash |
| DEGIRO | Neobroker | 1,00 € | kein Sparplanangebot, >50 Börsen |
| justTRADE | Neobroker | 1,00 € | >1,2 Mio. Zertifikate |
| Sparkassen Broker | Bank | ab 0,95 € | große Gebührenreform Juni 2026 |
| Smartbroker | Neobroker | 0 € | über 2.500 ETFs, Smartbroker Holding AG |
| Captrader | CFD-Broker | min. 4 € | 199 €/Jahr Kontoführung |
| Scalable Capital | Neobroker | ab 0,99 € | über 2.700 ETF-Sparpläne |
| Tradegate Direct | Neobroker | 0 € (ab 500 € Mindestvolumen) | eigene Vollbanklizenz, nur Tradegate Exchange |
| flatex | Neobroker | 5,90 € (+2 € elektronisch) | 744 Premium-ETFs ab 1.000 € |
| DKB | Bank | NEU 1,90 € (Upvest) | Kinderdepot u18 |
| Deutsche Bank | Bank | ab 8,90 € | frühere ETF-Aktion, ausgelaufen 30.06.26 |
| comdirect | Bank | 3,90 € (Neukunden) | Marke der Commerzbank AG, NEU: Pure Depot |
| Consorsbank | Bank | ab 9,95 € | alle ETF-Sparpläne gebührenfrei |
| 1822direkt | Bank | ab 9,90 € | 50 € Mindestsparrate |
| Postbank | Bank | ab 9,95 € | keine Depotführungsgebühr |
| Targobank | Bank | individuell | 7 Regionalbörsen + Xetra |
| Commerzbank | Bank | individuell | Konzernmutter von comdirect |
| Lynx Broker | CFD-Broker | CFD-Modell | 0 € Depotführung, kein Sparplan |
| IG Europe | CFD-Broker | Spread-Modell | primär CFD, kaum echte Aktien für DE |
| Alchemy Markets | CFD-Broker | Spread-Modell | keine BaFin-Regulierung |
| Fidelity | Bank | 0,25 % p.a. Depot | Fonds-/ETF-Spezialist, kostenlos ab 20.000 € |
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen den drei Anbietertypen?
Neobroker und die meisten Bank-Broker vermitteln den Kauf echter Aktien und ETFs, die Sie als Sondervermögen tatsächlich besitzen — CFD-Broker wie Alchemy Markets oder IG Europe (für den deutschen Markt) bieten dagegen primär Differenzkontrakte, bei denen Sie nur auf Kursbewegungen spekulieren, ohne den zugrunde liegenden Wert wirklich zu erwerben. Bei eToro und teilweise XTB stehen beide Varianten parallel zur Verfügung — hier ist besondere Aufmerksamkeit beim Produkttyp gefragt, den Sie tatsächlich auswählen.
Aktuelle Konditionen für Ihre Anlagesumme vergleichen
Der Rechner zeigt tagesaktuell, welcher Anbieter für Ihre geplante Anlagestrategie die besten Konditionen bietet.
Wie unterscheiden sich die drei Anbietertypen in diesem Vergleich?
| Typ | Beispiele | Besonderheit |
|---|---|---|
| Neobroker (Aktien/ETF) | finanzen.net zero, Scalable Capital, DEGIRO | günstige oder kostenlose Orders, echte Wertpapiere |
| CFD-/Forex-Broker | eToro, XTB, Alchemy Markets | primär Differenzkontrakte, Hebelrisiko beachten |
| Filialbank mit Depot | comdirect, Consorsbank, Targobank | persönliche Beratung möglich, meist höhere Ordergebühren |
| IB-Netzwerk-Broker | Lynx Broker, Captrader | internationale Börsen, kein klassisches Sparplanangebot |
| Fonds-/ETF-Spezialist | Fidelity | Depotgebühr statt Ordergebühr, kein aktiver Aktienhandel |
Worauf sollten Sie beim Depotvergleich besonders achten?
- Echte Wertpapiere oder CFDs. Nur bei echten Aktien und ETFs werden Sie tatsächlicher Eigentümer — bei CFDs spekulieren Sie lediglich auf die Kursentwicklung.
- Die Gesamtkosten, nicht nur die Ordergebühr. Handelsplatzentgelte, Depotführungsgebühren und Sparplankosten summieren sich oft zu einem relevanten Betrag.
- Das Sparplanangebot. Wer regelmäßig investiert, profitiert stärker von einem großen, kostenlosen ETF-Sparplanangebot als von der günstigsten Einzelordergebühr.
- Die steuerliche Behandlung. Nicht jeder Broker führt die deutsche Abgeltungssteuer automatisch ab — bei DEGIRO, Lynx Broker und XTB ist Eigenverantwortung gefragt.
- Konzernzusammenhänge. comdirect und Commerzbank, ebenso flatex und DEGIRO, gehören jeweils demselben Konzern — die Konditionen unterscheiden sich trotzdem deutlich.
Welcher Anbieter passt zu welcher Lebenssituation?
Neben den reinen Kosten unterscheiden sich die 24 Anbieter in diesem Vergleich erheblich darin, welche Depotarten sie über das klassische Einzeldepot hinaus anbieten. Wer für den Nachwuchs vorsorgen möchte, findet bei DKB, Sparkassen Broker, Scalable Capital, Traders Place und den meisten Filialbanken ein eigenes Kinderdepot — bei reinen Trading-fokussierten Neobrokern wie justTRADE, XTB oder Smartbroker+ ist das dagegen nicht möglich. Für Ehepaare oder Lebenspartnerschaften, die ein Depot gemeinsam führen möchten, bieten unter anderem comdirect, Consorsbank, die Postbank und Captrader ein Gemeinschaftsdepot an, während bei DEGIRO, Scalable Capital (je nach Produkt) und mehreren Neobrokern die Verfügbarkeit im Einzelfall geprüft werden sollte.
Wer ein eigenes kleines Unternehmen führt und dessen Vermögen professionell anlegen möchte, findet bei Lynx Broker, Captrader, der Postbank und maxblue ein Firmendepot für verschiedene Rechtsformen — bei den meisten reinen ETF-Sparplan-Neobrokern ist dies dagegen nicht vorgesehen. Für aktive Trader mit sehr hohem Handelsvolumen lohnt sich zudem ein Blick auf gestaffelte Rabattsysteme: Sowohl der Sparkassen Broker als auch die 1822direkt reduzieren die Ordergebühr für Vieltraderinnen und Vieltrader um bis zu 20 beziehungsweise 80 Prozent.
Wie hat sich der deutsche Depotmarkt 2026 entwickelt?
Der Wettbewerb um Privatanlegerinnen und -anleger hat sich 2026 weiter verschärft: Der Sparkassen Broker hat im Juni 2026 seine Gebührenstruktur grundlegend überarbeitet und die Ordergebühr auf ab 0,95 Euro gesenkt, während die DKB seit März 2026 über den neuen Handelspartner Upvest eine Flat-Fee von nur 1,90 Euro für Neukundschaft anbietet. Diese Entwicklungen zeigen, dass auch etablierte Filialbanken zunehmend auf die Konditionen der spezialisierten Neobroker reagieren.
Wie wir vergleichen
Alle Konditionen auf dieser Website stammen aus den offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnissen der Anbieter, ergänzt um öffentlich zugängliche Testberichte etablierter Finanzmedien. Wir weisen bei jedem Anbieter aus, ob es sich um echte Wertpapiere oder CFDs handelt, und ordnen Konzernzusammenhänge zwischen den Marken transparent ein.
Diese Website finanziert sich über Provisionen. Was das für unsere Inhalte bedeutet und wo die Grenzen unserer Angaben liegen, legen wir unter Über uns offen.
Häufige Fragen
Welches Depot hat 2026 die niedrigsten Kosten?
finanzen.net zero und Traders Place bieten ab 500 beziehungsweise 750 Euro Ordervolumen komplett kostenlose Orders. Für Sparpläne sind Scalable Capital und die Consorsbank mit ihrem gebührenfreien Gesamtangebot besonders attraktiv.
Was ist der Unterschied zwischen einem Neobroker und einem CFD-Broker?
Neobroker vermitteln den Kauf echter Aktien und ETFs, die Sie tatsächlich besitzen. CFD-Broker bieten primär Differenzkontrakte, bei denen Sie nur auf Kursbewegungen spekulieren, ohne den zugrunde liegenden Wert zu erwerben.
Ist mein Geld bei einem Broker sicher, falls dieser insolvent wird?
Wertpapiere wie Aktien und ETFs gelten als Sondervermögen und gehören unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Brokers stets der Kundschaft. Cash auf dem Verrechnungskonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro.
Muss ich bei jedem Broker meine Kapitalerträge selbst versteuern?
Nein, viele deutsche Broker führen die Abgeltungssteuer automatisch ab. Bei ausländischen Anbietern wie DEGIRO, Lynx Broker oder XTB müssen Kapitalerträge dagegen selbst über die Anlage KAP angegeben werden.
Gehören comdirect und Commerzbank zusammen?
Ja, seit einer Verschmelzung 2020 ist comdirect keine eigene Gesellschaft mehr, sondern eine Marke der Commerzbank AG, tritt aber mit eigenständigem Depotprodukt und eigenen Konditionen auf.
Welcher Broker bietet die meisten kostenlosen ETF-Sparpläne?
Scalable Capital mit über 2.700 ETF-Sparplänen und die Consorsbank, bei der grundsätzlich alle ETF-Sparpläne ohne Sparplangebühr ausführbar sind.