Die Postbank gehört seit 2018 zur Deutschen Bank und bietet ein Wertpapierdepot ohne Depotführungsgebühr an — mit dafür vergleichsweise hohen, nach Ordervolumen gestaffelten Ordergebühren. Ein Pluspunkt gegenüber reinen Online-Brokern: eines der dichtesten Filialnetze Deutschlands für persönliche Beratung.
Wie funktionieren die Ordergebühren beim Postbank Depot?
Die Postbank erhebt keine Depotführungsgebühr, dafür aber gestaffelte Ordergebühren, die mit steigendem Ordervolumen zunehmen — für Orders an Inlandsbörsen bis 1.200 Euro Anlagesumme etwa 9,95 Euro, bis 2.600 Euro 17,95 Euro, bis 5.200 Euro 29,95 Euro und weiter aufsteigend bis zu einem Maximum von 69,95 Euro für Orders ab 25.000 Euro. Diese Struktur unterscheidet sich deutlich von den meist niedrigeren, teils volumenunabhängigen Modellen der Neobroker.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Depotführung | keine Gebühr |
| Ordergebühr bis 1.200 € | 9,95 € |
| Ordergebühr bis 2.600 € | 17,95 € |
| Ordergebühr bis 5.200 € | 29,95 € |
| Ordergebühr ab 25.000 € | 69,95 € (Maximum) |
| ETF-Sparplan-Angebot | rund 340 ETFs, 0,90 € Ausführung |
| Konzernmutter | Deutsche Bank (seit 2018 fusioniert) |
| Eigene Filialen | rund 800 + 4.400 Partnerfilialen der Post |
| Kostenlose Geldautomaten | rund 9.000 (Cash Group) |
Wie dicht ist das Filialnetz der Postbank?
Mit rund 800 eigenen Filialen und zusätzlich etwa 4.400 Partnerfilialen der Deutschen Post verfügt die Postbank über eines der dichtesten Beratungsnetze in Deutschland — ein relevanter Vorteil für alle, die vor einer größeren Anlageentscheidung ein persönliches Gespräch schätzen. Über die Cash Group (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank) stehen zusätzlich rund 9.000 Geldautomaten für kostenlose Bargeldabhebungen zur Verfügung.
Kann ich mit dem Postbank Depot mobil handeln?
Anders als bei einigen anderen Filialbanken in diesem Vergleich steht bei der Postbank eine Smartphone-App zur Verfügung, über die sich Wertpapiergeschäfte auch unterwegs abwickeln lassen — nicht nur die klassischen Bankgeschäfte.
An welchen Börsen kann ich mit dem Postbank Depot handeln, und welche Ordertypen fehlen?
Neben Xetra und den deutschen Regionalbörsen ermöglicht die Postbank auch den Handel an sechs ausländischen Handelsplätzen, darunter Börsen in Japan, den USA und Kanada, sowie außerbörslichen Handel über einen Direct-Trade-Partner. Bei den Ordertypen fehlen wie bei der Deutschen Bank/maxblue die Trailing-Stop-Order und die One-Cancels-Other-Order (OCO) — für die gängigen Standardanwendungen wie Market-, Limit- und Stop-Loss-Orders reicht das Angebot aber aus. Telefonisch aufgegebene Orders kosten einen Aufschlag von 3 Euro, in der Filiale erteilte Orders 13 Euro.
Welche Depotarten bietet die Postbank neben dem klassischen Einzeldepot an?
Neben dem Standarddepot lassen sich bei der Postbank auch ein Kinderdepot, ein Zweitdepot, ein Gemeinschaftsdepot und sogar ein Firmendepot für verschiedene Unternehmensrechtsformen eröffnen — eine im Vergleich zu vielen Neobrokern deutlich breitere Palette an Depotmodellen für unterschiedliche Lebenssituationen.
Gibt es aktuell eine ETF-Aktion bei der Postbank?
Ja — bis zum 31. Dezember 2026 bewirbt die Postbank ausgewählte ETF-Käufe zu Aktionskonditionen von 4,90 Euro pro Kauforder, sofern das Ordervolumen mindestens 1.200 Euro beträgt. Die genauen Teilnahmebedingungen und etwaige Zusatzkosten sollten vor dem Kauf direkt bei der Postbank geprüft werden, da sich solche befristeten Aktionen in ihrem Umfang von Zeit zu Zeit ändern können.
Fällt bei größeren Cash-Beständen ein Verwahrentgelt an?
Übersteigt das Guthaben auf dem Verrechnungskonto 100.000 Euro, berechnet die Postbank ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent pro Jahr auf den übersteigenden Betrag — für die meisten Privatanlegerinnen und -anleger mit geringerem Cash-Bestand ist dieser Punkt allerdings ohne praktische Relevanz.
Bietet die Postbank ein vollwertiges Demokonto an?
Nur eingeschränkt: Statt eines echten Demokontos mit vollem Funktionsumfang stellt die Postbank lediglich eine stark vereinfachte Demoversion zur Verfügung, die nicht alle Funktionen der echten Handelsoberfläche abbildet. Für einen ersten groben Eindruck reicht das aus, ein realitätsnahes Testen sämtlicher Ordertypen und Funktionen ist damit aber nicht möglich.
Wie umfangreich ist das Fondsangebot bei der Postbank?
Neben ETFs stehen bei der Postbank auch rund 280 klassische Investmentfonds zur Auswahl, die sich sowohl klassisch über die Börse als auch außerbörslich im sogenannten Festpreisgeschäft direkt über die Bank erwerben lassen — dabei entspricht der Preis in der Regel dem Anteilwert zuzüglich eines Ausgabeaufschlags. Fondssparpläne sind bereits ab einer monatlichen Sparrate von 50 Euro möglich, mit flexibel wählbaren Ausführungsintervallen.
Wie unterscheidet sich das Postbank Depot von maxblue innerhalb derselben Bankengruppe?
Sowohl Postbank als auch maxblue gehören zur Deutschen Bank, unterscheiden sich aber in den konkreten Konditionen: Während maxblue eine prozentuale Ordergebühr von 0,25 Prozent des Kurswerts berechnet (mindestens 8,90 Euro), arbeitet die Postbank mit einer festen, sechsstufigen Gebührenstaffel je nach Ordervolumen. Für kleinere Ordervolumina kann je nach konkretem Betrag mal die eine, mal die andere Marke günstiger ausfallen — ein direkter Vergleich der aktuellen Konditionen lohnt sich daher vor der Depotwahl innerhalb desselben Konzerns.
Gibt es bei der Postbank zusätzlichen Schutz über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus?
Ja — als Niederlassung der Deutsche Bank AG ist die Postbank zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, der Cash-Guthaben über die gesetzlichen 100.000 Euro hinaus in Millionenhöhe abdeckt. Für die meisten Privatanlegerinnen und -anleger mit einem Guthaben unter 100.000 Euro macht dieser Zusatzschutz allerdings keinen praktischen Unterschied.
Warum verzichtet die Postbank auf eine Depotführungsgebühr, verlangt aber höhere Ordergebühren?
Das Gebührenmodell der Postbank verlagert die Kosten vollständig auf die tatsächliche Handelsaktivität statt auf eine feste, laufende Gebühr — für Anlegerinnen und Anleger, die selten handeln und ihr Depot primär zur langfristigen Verwahrung nutzen, kann das vorteilhaft sein, während aktive Trader mit vielen kleinen Orders bei diesem Modell überdurchschnittlich viel bezahlen. Die Struktur eignet sich daher besonders für eine Buy-and-Hold-Strategie mit seltenen, aber größeren Transaktionen.
Wie umfangreich ist das ETF-Sparplanangebot bei der Postbank?
Rund 340 ETFs stehen bei der Postbank als Sparplan zur Verfügung, mit Schwerpunkt auf iShares- und Xtrackers-Produkten — spezialisierte Neobroker bieten oft ein Vielfaches an Auswahlmöglichkeiten. Die Ausführung kostet pauschal 0,90 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparrate, die zwischen 25 und 1.000 Euro liegen kann. Gelegentlich bewirbt die Postbank einzelne ETFs bestimmter Emittenten wie Xtrackers oder Vanguard mit einer vergünstigten oder sogar kostenlosen Ausführung.
Welchen Vorteil bietet die Postbank durch ihr Filialnetz?
Als bundesweit vertretene Filialbank ermöglicht die Postbank neben der digitalen Depotverwaltung auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung vor Ort — ein Vorteil für Kundschaft, die diesen direkten Kontakt schätzt, auch wenn er über die Höhe der Ordergebühren selbst keinen Einfluss hat.
Gestaffelte Ordergebühren mit volumenunabhängigen Modellen vergleichen
Der Rechner zeigt, wie sich die Postbank gegen Neobroker mit niedrigeren, oft festen Ordergebühren schlägt.
Für das Postbank Depot spricht
- Keine laufende Depotführungsgebühr
- Bundesweites Filialnetz für persönliche Beratung
- Solider Rückhalt durch die Deutsche-Bank-Gruppe
- Geeignet für seltene, größere Transaktionen ohne häufigen Handel
Gegen das Postbank Depot spricht
- Gestaffelte Ordergebühren bei kleineren Ordervolumina vergleichsweise hoch
- ETF-Sparplan-Angebot mit rund 340 Titeln kleiner als bei führenden Neobrokern
- Maximalgebühr von 69,95 Euro bei großen Ordervolumina
- Weniger geeignet für aktive Trader mit vielen kleinen Orders
Für wen eignet sich das Postbank Depot?
Besonders für Anlegerinnen und Anleger mit einer Buy-and-Hold-Strategie, die selten, dafür aber größere Beträge investieren und keine laufende Depotführungsgebühr zahlen möchten. Auch für Familien, die verschiedene Depotarten (Kinder-, Zweit- oder Gemeinschaftsdepot) unter einem Dach bündeln möchten, bietet die Postbank eine praktische All-in-One-Lösung innerhalb der ohnehin genutzten Bankbeziehung. Wer häufiger handelt oder ein größeres ETF-Angebot benötigt, sollte zusätzlich comdirect oder DKB vergleichen.
Häufige Fragen
Gehört die Postbank noch zur Deutschen Bank?
Ja, seit 2018 ist die Postbank vollständig in die Deutsche Bank integriert.
Fällt bei der Postbank eine Depotführungsgebühr an?
Nein, die Depotführung ist grundsätzlich kostenlos.
Wie hoch ist die Ordergebühr bei der Postbank für eine kleinere Order?
Für Orders bis 1.200 Euro Anlagesumme an Inlandsbörsen 9,95 Euro, mit steigender Staffelung bis maximal 69,95 Euro ab 25.000 Euro.
Wie viele ETFs kann ich über die Postbank handeln?
Rund 150, ein vergleichsweise kleines Angebot im Vergleich zu spezialisierten Neobrokern.